Der Kreis schließt sich. Heute Morgen um 9:30 Uhr besuchten Steffi und ich den Service of Holly Communion in der ältesten Gemeinde der African Americans in der 6th Street in Philadelphia. Vor fast drei Wochen besichtigten wir diese Kirche und wurden zum Gottesdienst eingeladen.
Da der Parkplatz bei der Kirche voll war, mussten wir einen Platz für den Mietwagen suchen und kamen etwas zu spät. Mehrfach wurden wir freundlich begrüßt und eine Jugendliche führte und zu einem Platz. Der Kirchenraum aus dem Jahr 1889 war gut gefüllt mit 150-200 Menschen.
Ich habe die Gemeinde nicht nur wegen ihrer mehr als 200jährigen Geschichte ausgewählt, sondern auch um Pastor Carolyn Clarene Cavaness zu hören. Sie stammt aus einer Pfarrfamilie, hat am Union Theological Seminary in NYC studiert und war im Wahlkampfteam von Hillary Clinton. Cavaness ist die erste Pfarrerin dieser traditionsreichen Gemeinde. Doch die african Methodist Episcopal Church hat seit 2000 auch Bischöfinnen und eine lange Tradition an Predigerinnen.




Eine Frau, in Kleidung vor 200 Jahren, erzählte aus der Geschichte der Gemeinde: Sister Sharon Gary Dixon.
Die Pastorin predigte mit großer Emotionalität und teilweise sehr schnell in freier Rede über Psalm 107,1-9.43. Sie machte eine gute Performance, aber es wirkte auf uns auch fremd oder anders. Viele waren begeistert, stimmten laut zu, klatschten oder standen auf. Später spielte eine Hammondorgel und untermalte das Gesagte. Kurz zusammengefasst betonte sie, god is good, trotz all dem Übel, dem Unrecht, das es in der Welt gibt. Wir sind eingeladen der Güte zu folgen und selbst gütig zu handeln.
Anschließend lud sie Menschen zur Jüngerschaft ein, Einige Frauen kamen nach vorne und wurden gesegnet und bekannten sich zur Gemeinde.
Verwundert waren wir vom Heiligen Abendmahl. Zwei Mitarbeiterinnen teilten kleine Plastiksets aus. Darin befanden sich eine Hostie und verpackt wie Marmelade auch ein Schluck Wein oder Traubensaft. Während die Pfarrerin die Einsetzungsworte sprach und kommunizierte, machten es einige in den Bänken mit den verpackten Elementen nach. Es erinnerte mich zu sehr an den american way of life, den wir bei den Frühstücken mit Plastikmesser und Pappteller erleben. Erst dachte ich, es hätte mit den Folgen von Covid zu tun, doch sie scheinen es im Sommer so zu praktizieren, um Zeit zu sparen. Hmm.
Die Kollekte wurde von Mitarbeitern eingesammelt und zum Altar gebracht.
Später kamen einige aus uns zu und eine Frau führte uns ins kleine Museum im Keller der Kirche. Sie erklärte die vier Gottesdiensträume, die an dieser Stelle standen. Die ersten Gottesdienste hielt Pfarrer Richard Allen und seine Frau Flora 1791 in einer Schmiede. Darum ist der Amboss ein Symbol der Gemeinde. Ein älterer Herr erzählte, dass zur Finanzierung der vierten Kirche eine Gruppe wöchentlich 35 Cents gesammelt habe, um sie zu finanzieren.



