Pfälzern muss man nicht erzählen, wie viele Menschen nach Amerika ausgewandert sind. Auch Verwandte meines Vaters gehören dazu. Und schließlich stammen aus unserem Kallstadt zwei bekannte Familien Heinz (Ketchup) und Trump.
Unser Road Trip geht zu Ende und auch die Interessen unserer kleinen Reisegruppe verzweigen sich. Während die Frauen nochmals die Mall besuchten, fuhr ich zum Valley Forge, das im amerikanischen Befreiungskrieg eine fast mythische Rolle spielte. Denn General Georg Washington zog sich in dieses Gebiet westlich von Philly zurück, nachdem seine Armee bei Germantown eine Niederlage erlitten hatte. In dem Historical Park gibt es wenig zu sehen, aber ich lief zwei Stunden durch die Landschaft und schaute mir die Unterkunft des späteren Präsidenten an und die nachgebauten Blockhäuser der Soldaten. Einerseits besaß W. noch Sklaven, die er später freiließ. Andererseits gab es schon eine schwarze Armee aus Freigelassenen.




Befremdlich sind für mich die Memorial Churches, in den eines Heroen gedacht wird. Passt jedoch gut zur amerikanischen Zivilreligion.
Die amerikanische Armee zusammen geführt und mit Disziplin und Taktik verbessert hat General Friedrich Wilhelm von Steuben. Dieser ehemalige preußische Offizier exerzierte mit der amerikanischen Armee und spielte eine wichtige Rolle für den späteren Erfolg. Interessant finde ich auch, dass der Offizier später seine beiden Adjutanten „adoptierte“. Das war in dieser Gesellschaft ein Hinweis auf seine Homosexualität.


Zufällig traf ich dort wieder einen Mann, der auch im Hotel wohnt und mich mit ein paar Brocken Deutsch begrüßte. Er war bei de Navy, im Offiziersrang und im Parlament von Pennsylvania. Hier traf ich also meinen ersten Republikaner, direkt am Steuben Denkmal. Er war mit dem Rad unterwegs! Wir waren vorsichtig und umkreisten uns mit Argumenten. Mir fiel auf, dass schon das Wort „liberal“ bei ihm keinen guten Klang hatte. Er kritisierte die zu vielen Kriege. Als ich dann meinte, dass der Irakkrieg doch von den Republikanern und der Regierung Bush begonnen wurde, meinte er, da seien sich beide Parteien einig gewesen.
Ich hätte noch manche Frage gehabt, er war klug und konservativ. Dann joggte ich weiter.
Später brachte ich mit Steffi die Karten und ein kleines Geschenk zu Ann und Stewart. So ein gastfreundliches und kluges und humorvolles Paar. Wir fuhren weiter durch Germantown und sahen, wie ein Stadtteil absteigen kann. Hier siedelten viele deutsche Migranten, die jedoch während der antideutschen Stimmung beim Eintritt der USA in den 1. Weltkrieg 1917 ihre Sprache aufgaben und sich assimilierten.



