Leben nach der Bergpredigt – im Landstrich der Amischen

Von Buffalo fuhren wir mit unserem Nissan 350 km bis nach Lancaster. Die Fahrt führte und einige Meilen durch ein ländliches Gebiet mit vielen aktiven und etlichen verlassenen Farmen. Wir fuhren in südlicher Richtung, kamen auch an Harrisburg vorbei. Unser Hotel scheint auch einen mennonitischen Hintergrund zu haben, die Zimmerausstattung wirkt als Vorgeschmack auf ein einfaches Leben.
Ein Podcast und Wikipedia brachten unsere Infos zu den Amischen auf den aktuellen Stand. Die Hauptbewegung der Mennoniten, die von den Reformatoren als Wiedertäufer bezeichnet wurden, weil sie die Erwachsenentaufe praktizierten, teilte sich in verschiedene Gemeinden auf. Die auf Ammann zurückgehende Gruppe, wanderte im 18. Jhd nach Pennsylvanien aus. Die Familien leben auf Bauernhöfen ein einfaches Leben und klare Rollenbilder.

Die Kinder gehen nur sieben Jahre auf die Schule. Sie werden in Englisch, Lesen und Mathe unterrichtet. Bevor sie mit 18 getauft werden, haben sie eine Zeit des „Herumspringa“, wo sich Jungs und Mädels ausprobieren können, bevor sie sich für die Gemeinschaft entscheiden oder nicht.
Mir imponiert die Einfachheit dieses gottgefälligen Lebens, der Gemeinschaftssinn, die Friedensliebe, die Konsequenz. Die Unterschiede zu unserem Leben sind krass. Aber könnte ich tauschen? Möchtest du tauschen, verehrte Leserin, verehrter Leser?

Ich könnte mir so ein Leben kaum vorstellen. Freilich würde ich auf Zeit gerne mal so anders leben. Der Lebensrhythmus wäre klarer, auch die Regeln. Das Leben wäre Mühe und Arbeit, aber auch stärker im Jahreslauf und mit dem sonntäglichen Ruhetag. Der Fußabdruck der Amischen ist deutlich geringer als meiner.