Boston, die Wiege der Freiheit

Wir genießen ein wunderbares Frühstück bei Rebekka und ihrer Familie mit Brötchen und Croissants von einer französischen Bäckerei. Wir sind dankbar für die schöne Gastfreundschaft.
Steffi, Justin und ich fahren mit dem Auto zu einem Hillsong Gottesdienst in Boston. In einem ehemaligen Theater werden eir sehr freundlich von Ehrenamtlichen begrüßt und an einen Platz gebracht. Die diverse Band singt mit viel Gefühl einige Lobpreis-Lieder. Viele junge Leute sind da, viele singen mit. Megan, die zweite Pastorin und zugleich Frau des Pastors, spricht mit viel Bewegung und immer lauter werdend ein Gebet. Sie begrüßt und lädt zu Veranstaltungen ein. Dann tritt der Pastor Jimmy auf. Dynamisch, lächelnd predigt er über Dtn 6, 1-12. Klare Botschaft, mit Humor und ganz frei. Er läuft auf der Bühne hin und her. Steffi meint, damit die Leute dabei bleiben. Dann taucht die Band wieder auf, spielt leise im Hintergrund und er fordert die Gemeinde auf sich zu Jesus zu bekennen. Typischer pentecostaler move. Die Predigt dauerte mindestens 35 Minuten, war frei und hatte wenige Längen
Es folgte ein Gebet durch Megan, nein Vaterunser, dann die Band und nach 95 Minuten war Schluss.
Es war ein Feel-Good Gottesdienst mit Ratschlägen, wie ich mein Leben mit Jesus verbessern kann. Im Nachhinein fiel mir auf, dass kein einziger politischer Bezug zur aktuellen Situation in den USA gezogen wurde. Kann natürlich Zufall sein.

Nachmittags folgten wir dem Freedom Trail zu den wichtigen historischen Orten in Boston. Hier in New England begann die amerikanische Revolution von 1776. Hier war ein historischer Ort für der Kampf um die Sklavenbefreiung und auch das Wahlrecht. Hier war der Kampf um religiöse Freiheit immer mit der Kampf um soziale Gerechtigkeit verbunden. Später kamen italienische und irische Einwanderer, auch Sozialisten und Anarchisten.
Wir erlebten eine Prozession in Little Italy, wo Dollarnoten an eine Heilige gehängt wurden.
Abends ein schönes Gespräch mit Rebekka und ihren Mann über die Situation in USA und Europa, Kindererziehung und Erinnerungen. Wir fühlen uns reich beschenkt mit den Tagen hier und erfahren, wie Einblicke vertieft werden durch Menschen, die beide Kulturen kennen.