Roadtrip

Ich stand um kurz nach sechs auf und frühstückte ein letztes Mal in dem schönen kleinen Garten in der 137. Street in Harlem. Dann nahm ich die Subway, dann Bus M101. Der Bus zuckelte bis in die 96. Straße, noch ein kurzer Fußweg, dann war ich bei Avis. Die beiden Damen hinter dem Thresen waren freundlich, aber es dauerte bis alles erledigt war.
Es war ein schönes Gefühl mit meinem Auto durch Manhattan zu rollen. Durch das Zahlensystem fand ich mich schnell zurecht und kam um 9:30 in der 137. an. Auch Justin kam pünktlich aus Philly, als hätten wir alles detailliert geplant und so verließen wir die Stadt: on the road again.
Inzwischen habe ich mich besser an den amerikanischen Fahrstil gewöhnt. Gut ist, dass es Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, herausfordernd bleibt, dass man nach Belieben alle Spuren benutzen kann.
Über Stamford und Providence kamen wir an die Ostküste , wo die Pilgerväter und -Mütter einst landeten. Nach dem Einchecken in dem Motel Pilgrim Sands, einem Motel, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt, freuten wir uns auf den Strand. Doch zunächst ergoss sich ein heftiges Gewitter über uns. Beim Gang zum Atlantik musste ich feststellen, dass er kälter war als mein Mut. So blieb es beim Fußbad. Justin und ich besuchten noch den Pool. Im Motel gab es Livemusik und wir waren gefühlt die einzigen deutschen Touristen. Die zwei Männer spielten alte Pop-und Rockklassiker. Es kam nur langsam etwas Stimmung auf. Es wirkte auf mich wie in den alten Wim Wenders Filmen,

Wir sprachen lange über die USA und unsere Wahrnehmungen. Wir sind unterwegs und Gäste hier auf Erden. Warum ist Rassismus so ein mächtiges Ungeheuer. Es ist schön, dass Justin wieder dabei und wir ein paar Tage auf dem Roadtrip in den Nordosten sind.