Viele Wege führen nach Rom

Welcher Weg ist für uns der Beste nach Rom? Aus der Pfalz nach Rom sind es etwa 1.300 km und je nach gewählter Strecke zwischen 9.000 und 10.000 Höhenmeter. Zwei Faktoren erhöhen oder vermindern den Schwierigkeitsgrad der Radtour: Transportieren wir unser Gepäck selbst oder haben wir ein Begleitfahrzeug? In wieviel Tagen wollen wir die Strecke bewältigen?

Nach einigen Diskussionen haben wir uns dafür entschieden, unser Gepäck in Radtaschen selbst zu transportieren. Ich möchte die Fahrt nach Rom mit eigener Muskelkraft schaffen. Wir haben für die Tour zwei Wochen Zeit.

Für mich ist bei der Planung wichtig, dass wir am Ende einer Etappe nicht irgendwo in der Pampa landen, sondern an einem kulturell oder landschaftlich interessanten Ort. So plane ich als Reiseziele der ersten drei Etappen: Straßburg, Basel, Zürich. Der pragmatische Einwand von Sabine führt dazu, dass wir statt in Basel in Weil am Rhein ein Zimmer buchen. Auf dem Weg nach Rom passieren wir wichtige Städte der Reformation! Außerdem wollen wir auch etwas sehen und hin und wieder eine Kirche besichtigen. Okay, das mit der Kirche ist wieder mehr so mein Ding.

Lange beschäftigt uns die Frage, über welchen Pass wir die Alpen Richtung Italien überqueren sollen. Reschenpass liegt zu weit im Osten. Gotthard habe ich keine so gute Erinnerungen. Lange liebäugle ich mit dem Lukmanierpass, da er mit 1940 Höhe der niedrigste Übergang darstellt. Schließlich entscheiden wir uns für den Splügenpass, wegen der guten Verbindung zum Comer See.

Auszug Komoot: Rofflaschlucht am Splügen bis Dervio/Comer See

„Selbst bei der Tour de France“ haben die Profis Ruhetage.“ Damit begründet Hans unseren Ruhetag nach der Alpenüberquerung. Die Idee ist sehr vernünftig. Entlang des Flusses Adda, der aus dem Comer See abfließt, geht es nach Piacenza. Über das Val die Taro im Apenin radeln wir weiter bis nach Viareggio in der Toskana. Dann folgen zwei weitere Etappen an der toskanischen Riviera. Nach einem Radtag wird ein Bad im Mittelmeer Körper und Geist gut tun.

In der südlichen Toskana radeln wir weiter ins Landesinnere zur Stadt auf dem Felsen: Pitigliano. Das wird uns an Höhenmetern nochmal viel abverlangen. Dann ist eine Kurzetappe nach Viterbo geplant mit einer Bademöglichkeit am Bolsenasee. Von Viterbo sind es dann noch etwa 90 Kilometer bis Rom. Mal sehen, wie wir mit dem römischen Verkehr zurechtkommen.

In unserer Gruppe haben wir die Route in Videokonferenzen und Telefonaten diskutiert und geplant. Da neben unserer Radstrecke oft eine Bahnlinie verläuft, können wir bei längerem Starkregen oder wenn jemand einen weiteren Ruhetag braucht, Abschnitte auch mit der Bahn zurücklegen. Denn mit sechs Radlern müssen wir die Unterkünfte vorab buchen.

Klar ist, wir brauchen eine gute Vorbereitung.