Über Burrweiler in den Westrich

Den Maifeiertag nutze ich für einen Besuch bei meinen Eltern in Großsteinhausen. Mit leichtem Rückenwind radelte ich über Geinsheim, Altdorf, Edesheim nach Burrweiler.
Die alte spätgotische Kirche ragt wie ein Schiff aus dem Rebenmeer. Im Vergleich zu Hainfeld ist der rote Sandsteinbau barock-schlicht gestaltet. Im Chorraum gefiel mir das schöne gotische Netzrippengewölbe.
Mit einem Mann kam ich ins Gespräch, der die traditionelle Prozession vorbereitete. Es war ein geistreiches Gespräch über Ökumene und die Krise unserer Kirchen.
Ich radelte hoch nach Frankweiler, belohnt von dem Blick auf die Trifels, das Queichtal und den Haardrandt. Dann die schöne Abfahrt nach Albersweiler und die kleine Rast in Queichhambach. Bedauerlich, dass das Kirchlein von 1732 geschlossen war. Über Albersweiler gings rasch weiter, die tempelartige neoklassizistische Kirche von Rinnthal ist renovierungsbedürftig. Ein wunderbarer Abschnitt führt am Rande des Tales an Kühen vorbei nach Wilgartswiesen. Dann nach Haunstein, der alten Heimat meines Freundes. Ich sah Birkenbäume, die mit weißen Bändern geschmückt waren. Sieht aus wie Land-Art ist aber Hexe-Nacht.
Mit einem 24er Schnitt ging es weiter nach Hinterweidenthal. Dort probierte ich einen neuen Weg über Ruppertweiler und PS aus. Der ist 5 km kürzer. Zunächst radelte ich auf einer wenig befahrenen Landstraße, dann auf einem Radweg. Dann wurde es anstrengend. Ich quälte mich hoch nach Ruhbank und spürte die 70 km in den Beinen. Oben konnte ich mich nicht an der Abfahrt freuen, weil ich wusste, dass ich wieder hoch muss. Ich dachte an die sieben – das einzige was Pirmasens mit Rom verbindet. Durch die Stadt erreichte ich das Industriegebiet von Winzeln, dann endlich die schöne Abfahrt. Ich sinnierte, wie ich früher mit dem Schlepper und dem Hänger mit Malz gefahren bin. Kurbel, kurbel, bald sind es 700 Höhenmeter.
Als ich die Landstraße Richtung Bottenbach war mir klar, dass die weitere Strecke über Langmühle und Vinningen der Mühe wert sind!

Ich freute mich an den mächtigen Windrädern und hoffte auf Rückenwind für die letzten 5 km. Hinter Bottenbach musste ich die Zähne zusammenbeißen, um den giftigen Anstieg zu schaffen. Oben belohnt mich die weite Landschaft und das Gelb der Rapsfelder. Beflügelt radle ich auf den Hof meiner Eltern.
83 km, 3:35 Fahrzeit und 770 Höhenmeter. Mit Pausen und Kirchenvisiten war ich 4:07 unterwegs.
Am späten Nachmittag gings mit dem Rad über Walshausen, Bärenhütte, Petersbächel zur Biebermühle. Es sind nur knapp 17 km, aber fast 200 Höhenmeter. Nach 48 Minuten bin ich am Bahnhofsknotenpunkt, der einen verfallenen trostlosen Eindruck macht. Die Züge fahren pünktlich und nach einem Umstieg in KL bin ich um halb 8 in Haßloch. Mit Zug und Rad benötige ich 2:45.